E9, E10, E12 – im Arbeitsvertrag oder in der Stellenanzeige steht eine Kombination aus Buchstabe und Zahl, aber niemand erklärt Dir, was sie eigentlich für Dein Gehalt bedeutet. Du sollst Dich freuen, dass es "E11" wird, hast aber keine Ahnung, ob das viel oder wenig ist – und wieso die Kollegin im selben Büro angeblich mehr bekommt, obwohl sie in derselben Gruppe steckt.
Genau dieses Rätsel lösen wir hier. Nach diesem Artikel weißt Du, in welche Entgeltgruppe Du wahrscheinlich kommst, was Du dort ungefähr verdienst und wo Du Deinen genauen Wert nachrechnest. Wir zeigen Dir auch, warum "TVöD" nicht gleich "TVöD" ist – es gibt nämlich getrennte Tabellen für Bund, Kommunen (VKA), den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) und die Pflege (TVöD-P).
Eine Sache vorweg, weil sie fast alle Missverständnisse erklärt: Das "E" steht für Entgeltgruppe. Daneben gibt es noch die Stufe. Erst beide zusammen ergeben Dein Gehalt. Deshalb können zwei Menschen in derselben Gruppe ganz unterschiedlich verdienen.
Eine Buchstaben-Zahl-Kombi im Vertrag – und niemand erklärt, was sie fürs Gehalt bedeutet.
Du lernst:
- Was eine Entgeltgruppe ist und warum nicht Dein Abschluss, sondern Deine Tätigkeit entscheidet
- Was die Gruppen E1 bis E15 grob bedeuten – mit typischen Berufen je Cluster
- Warum aus der alten E9 plötzlich E9a, E9b und E9c wurden
- Den Unterschied zwischen Gruppe und Stufe – und warum er Dein Gehalt entscheidet
- Welche TVöD-Tabelle für Dich gilt: Bund, VKA, SuE oder Pflege
- Wie Du in 3 Schritten Deine eigene Entgeltgruppe herausfindest
- Wie Du mit einer Höhergruppierung mehr verdienst
Kurze Zusammenfassung: TVöD-Entgeltgruppen auf einen Blick
Wenn Du es eilig hast, reicht diese Tabelle. Sie zeigt die vier groben Cluster der Entgeltgruppen und die typische Qualifikation dahinter. Was Du konkret verdienst, hängt von Tarif (Bund, VKA, SuE, Pflege), Stufe und aktueller Tabelle ab – das rechnest Du am Ende exakt aus.
| Entgeltgruppen | Typische Qualifikation | Brutto/Monat (VKA 2026) |
|---|---|---|
| E1–E4 | Einfache Tätigkeiten, kurze Anlernzeit | rund 2.500 bis 3.600 € |
| E5–E8 | Abgeschlossene Berufsausbildung | rund 3.100 bis 4.250 € |
| E9–E12 | Bachelor/FH oder besonders verantwortungsvolle Aufgaben | rund 3.700 bis 6.900 € |
| E13–E15 | Master/Uni-Abschluss, Leitungs- und Spezialistenrollen | rund 4.900 bis 8.200 € |
Werte: TVöD-VKA, gültig ab 01.05.2026 (Monatsbrutto, Vollzeit, Stufen 1 bis 6). Beim Bund und in den Sonderbereichen (SuE, Pflege) weichen die Beträge ab – die jeweils aktuelle Tabelle findest Du verlinkt.
Der Merksatz, den Du Dir wirklich merken solltest: Gruppe = was Du tust, Stufe = wie lange Du es schon tust.
Die TVöD-Tabelle in einer Zeile gelesen
Du findest Deine Gruppe in der linken Spalte, Deine Stufe in der oberen Zeile – wo sich beide kreuzen, steht Dein Bruttogehalt. Genaue Zahlen für genau Deinen Tarif bekommst Du im TVöD-Rechner: Brutto-Netto für Deine Entgeltgruppe berechnen – dort gibst Du Gruppe und Stufe ein und siehst sofort, was unter dem Strich übrig bleibt.
Was ist eine Entgeltgruppe überhaupt?
Eine Entgeltgruppe ordnet Deine Tätigkeit in eine von 15 Wertigkeitsstufen ein – von E1 (einfache Arbeit) bis E15 (hoch qualifiziert, große Verantwortung). Je anspruchsvoller und verantwortungsvoller das, was Du überwiegend machst, desto höher die Gruppe und desto höher das Gehalt.
Der wichtigste und am häufigsten missverstandene Punkt: Entscheidend ist nicht Dein Abschluss allein, sondern Deine tatsächliche Tätigkeit. Maßgeblich ist die Aufgabe, die zeitlich überwiegt – grob gesagt der Tätigkeitsanteil, der mehr als die Hälfte Deiner Arbeitszeit ausmacht. Ein Bachelor garantiert Dir also keine bestimmte Gruppe, wenn Deine Stelle inhaltlich darunter liegt. Umgekehrt kannst Du mit Ausbildung und sehr verantwortungsvoller Tätigkeit höher landen, als die Faustregel vermuten lässt.
15 Stufen der Wertigkeit: Je anspruchsvoller die Tätigkeit, desto höher die Entgeltgruppe.
Verwechsle die Entgeltgruppe außerdem nicht mit der Besoldungsgruppe. Entgeltgruppen (E) gelten für Tarifbeschäftigte, die ganz normal Sozialabgaben zahlen. Beamtinnen und Beamte werden dagegen nach Besoldungsgruppen (A, B usw.) bezahlt und haben eine völlig andere Abgabenlogik. Wenn Dich die Beamtenseite interessiert, findest Du die Besoldungstabellen in der Übersicht aller Tariftabellen – dort sind Bund und alle Bundesländer hinterlegt.
Warum es das System überhaupt gibt? Damit gleiche Arbeit gleiches Geld bringt – unabhängig von Verhandlungsgeschick, Geschlecht oder Sympathie. Im öffentlichen Dienst verhandelst Du Dein Grundgehalt nicht frei; es ergibt sich aus Gruppe und Stufe. Das nimmt Dir Verhandlungsstress ab, lässt aber wenig individuellen Spielraum.
Die TVöD-Entgeltgruppen E1 bis E15 im Überblick
Hier siehst Du die vier Cluster im Detail, jeweils mit ein bis zwei Beispielen. Sieh die Berufe als Orientierung, nicht als Garantie – die konkrete Eingruppierung hängt immer von der jeweiligen Stelle ab.
E1–E4: Einfacher Dienst
Hier landen Tätigkeiten ohne formale Ausbildung oder mit kurzer Anlernzeit: zum Beispiel Reinigungs- und Hilfskräfte, einfache Boten- oder Servicetätigkeiten. E1 ist in der Praxis selten besetzt; die meisten Einfach-Tätigkeiten starten bei E2 oder E3.
E5–E8: Mittlerer Dienst
Das ist der typische Einstieg für viele Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Beispiele: Verwaltungsfachangestellte, Sekretariats- und Sachbearbeitungsaufgaben, technische Fachkräfte. Wer eine dreijährige Ausbildung mitbringt, findet sich häufig zwischen E5 und E8 wieder.
E9–E12: Gehobener Dienst
Hier wird es spannend, denn auf diese Gruppen entfallen die meisten Suchanfragen. Typisch ist ein Bachelor- oder FH-Abschluss oder eine besonders verantwortungsvolle Tätigkeit. Beispiele: Sozialarbeiterinnen, IT-Fachkräfte, Ingenieurinnen im Einstieg, Sachgebietsleitungen. E9 bis E12 ist die klassische "Aufstiegszone" für Fachkräfte mit Studium oder Zusatzqualifikation.
E13–E15: Höherer Dienst
Diese Gruppen verlangen in der Regel einen Master- oder Universitätsabschluss und sind für Leitungs- und Spezialistenrollen reserviert: zum Beispiel wissenschaftliche Beschäftigte, Juristinnen, Ärztinnen im wissenschaftlichen Bereich oder Abteilungsleitungen. E15 ist innerhalb der klassischen Entgeltordnung die Spitze.
E9a, E9b, E9c – warum eine Zahl plötzlich drei Buchstaben hat
Wenn Du "E9" liest, fehlt fast immer ein Buchstabe dahinter. Die frühere Entgeltgruppe 9 wurde aufgeteilt in E9a, E9b und E9c, um die unterschiedliche Verantwortung gerechter abzubilden. Vereinfacht gesagt:
- E9a: abgeschlossene Ausbildung, eher geringere Komplexität der Aufgaben.
- E9b: höhere fachliche Anforderung, oft mit Zusatzqualifikation oder anspruchsvollerem Aufgabenzuschnitt.
- E9c: hohe Verantwortung, häufig mit einer kleinen Leitungs- oder Spezialfunktion.
Als grobe Faustregel: Mit Ausbildung landest Du meist zwischen E5 und E9a, mit Bachelor eher zwischen E9b und E12. Der Gehaltsunterschied zwischen den Untergruppen ist nicht winzig – über die Stufen hinweg können das spürbar mehrere Hundert Euro im Monat sein. Wie groß genau, hängt von Tarif und Stufe ab; die exakten Werte stehen in der Detailseite zu Entgeltgruppe E9c mit Stufen und Gehalt sowie in den jeweiligen Entgelttabellen.
Entgeltgruppe vs. Stufe: Was Dein Gehalt wirklich ausmacht
Jetzt zum Teil, der die meisten Gehalts-Überraschungen erklärt. Innerhalb jeder Entgeltgruppe gibt es Stufen 1 bis 6. Sie bilden Deine Berufserfahrung in dieser Gruppe ab. Zwei Personen in E10 verdienen also unterschiedlich, wenn die eine in Stufe 2 und die andere in Stufe 5 steckt.
So funktioniert der Stufenaufstieg
Du startest in der Regel in Stufe 1 und steigst bei normaler Leistung automatisch auf: typischerweise nach einem Jahr in Stufe 2, nach zwei weiteren Jahren in Stufe 3 und so weiter, bis die Laufzeiten zu den höheren Stufen länger werden. Du musst dafür nichts beantragen – der Aufstieg läuft mit der Zeit. Wichtig für Teilzeitkräfte: Teilzeit zählt voll. Der Stufenaufstieg hängt an der Dauer der Beschäftigung, nicht an Deiner Wochenstundenzahl.
Was bei Jobwechsel mit Deiner Stufe passiert
Wechselst Du innerhalb des öffentlichen Dienstes die Stelle, kannst Du einschlägige Vorerfahrung oft mitnehmen, sodass Du nicht zwingend wieder bei Stufe 1 anfängst. Wie viel angerechnet wird, ist Verhandlungs- und Auslegungssache und unterscheidet sich von Fall zu Fall – hier lohnt es sich, vor der Vertragsunterschrift genau nachzufragen. Wenn Du Deine Verhandlung vorbereitest, hilft Dir unser Leitfaden zur Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch.
Sobald Du Deine Gruppe und Stufe kennst, übersetzt Du sie am schnellsten mit dem TVöD-Rechner in echtes Netto – inklusive Steuerklasse und Abgaben.
Welche TVöD-Tabelle gilt für Dich? Bund, VKA, SuE und Pflege
Genau hier machen es sich viele Ratgeber zu einfach: Es gibt nicht die eine TVöD-Tabelle. Welche für Dich gilt, hängt davon ab, wer Dein Arbeitgeber ist und in welchem Bereich Du arbeitest.
Ein TVöD, vier Wege: Je nach Arbeitgeber und Bereich gilt eine andere Tabelle.
TVöD Bund vs. VKA
Arbeitest Du direkt für eine Bundesbehörde oder eine Einrichtung des Bundes, gilt der TVöD Bund: Entgelttabelle für Beschäftigte des Bundes. Arbeitest Du dagegen bei einer Stadt, einer Gemeinde, einem Landkreis oder einem kommunalen Betrieb (Stadtwerke, kommunales Krankenhaus, Kita-Träger), gilt der TVöD-VKA: Tarif für Kommunen und kommunale Betriebe. Die Gruppensystematik (E1–E15) ist gleich, die konkreten Beträge unterscheiden sich aber.
Sonderfälle: SuE und Pflege (TVöD-P)
Für zwei große Bereiche gibt es eigene Tabellen mit eigener Gruppen-Logik. Im Sozial- und Erziehungsdienst – also Kita, Jugendhilfe, Soziale Arbeit – gilt der TVöD-SuE: Sozial- und Erziehungsdienst-Tabelle mit eigenen S-Entgeltgruppen (z. B. S8a für Erzieherinnen). In der Pflege greift der TVöD-P: Pflegetabelle mit P-Entgeltgruppen, der die Pflegeberufe mit eigenen P-Gruppen abbildet.
Bist Du bei einem Bundesland angestellt (etwa als Lehrkraft oder an einer Landesbehörde), gilt übrigens nicht der TVöD, sondern der TV-L. Den findest Du, zusammen mit allen anderen Tarifen, in der Übersicht aller Tariftabellen.
Welche Entgeltgruppe bin ich? In 3 Schritten herausfinden
So gehst Du systematisch vor, statt zu raten:
- Abschluss und Tätigkeit bestimmen. Notiere Deinen höchsten relevanten Abschluss und vor allem, was Du überwiegend tust. Denk an die Faustregel: die Aufgabe, die mehr als die Hälfte Deiner Zeit ausmacht, ist maßgeblich – nicht der Titel auf dem Zeugnis.
- Passenden Tarif wählen. Kläre, ob für Dich Bund, VKA, SuE oder Pflege gilt (siehe Abschnitt oben). Such dann in der Entgeltordnung Deines Tarifs das Tätigkeitsmerkmal, das am besten zu Deiner Aufgabe passt – das nennt die Gruppe.
- Gruppe und Stufe in Netto umrechnen. Trag Gruppe und Stufe in den TVöD-Rechner ein. Er rechnet Dir aus Brutto Dein konkretes Netto aus – das, was am Ende auf dem Konto landet.
Entscheidungshilfe nach Abschluss
Als ganz grobe Orientierung: ohne Ausbildung meist E1–E4, mit abgeschlossener Ausbildung meist E5–E9a, mit Bachelor/FH meist E9b–E12, mit Master/Uni meist E13–E15. Im Zweifel gilt: Frag Deinen Personalrat oder Betriebsrat. Eine Eingruppierung ist kein endgültiges Urteil – sie lässt sich prüfen und im Zweifel anfechten, wenn Deine tatsächliche Tätigkeit höher liegt als die zugewiesene Gruppe.
Wie viel verdient man in E9, E10, E12? Aktuelle Zahlen (TVöD-VKA 2026)
Jetzt die Frage, die die meisten zuerst stellen. Die Entgeltgruppen E9b, E10 und E12 liegen in der "Aufstiegszone" für Fachkräfte – und zwischen Einstieg (Stufe 1) und Erfahrung (Stufe 6) liegt ein spürbarer Abstand. Wie groß der Sprung von Gruppe zu Gruppe und von Stufe zu Stufe ist, hängt von Tarif und Tabelle ab (Stand: TVöD-VKA, gültig ab 01.05.2026). Die aktuellen Werte stehen in der TVöD-VKA Tabelle, und Dein konkretes Gehalt rechnest Du im Tarif- und Besoldungsrechner aus:
- E9b: rund 3.780 € (Stufe 1) bis rund 5.313 € (Stufe 6) – die aktuellen Beträge stehen in der TVöD-VKA Tabelle.
- E10: rund 4.125 € (Stufe 1) bis rund 5.753 € (Stufe 6) – den genauen Wert zeigt der Tarif- und Besoldungsrechner.
- E12: rund 4.416 € (Stufe 1) bis rund 6.900 € (Stufe 6) – die aktuellen Beträge stehen in der TVöD-VKA Tabelle.
Live berechnet – so viel bleibt netto von einem Beispiel-Brutto der E10 (passe Brutto und Steuerklasse für Deinen Fall an):
Diese Tabellen werden jährlich angepasst – Zum 1. Mai 2026 sind die TVöD-Entgelte um 2,8 % gestiegen (zweiter Schritt aus dem Tarifabschluss vom 6. April 2025) – die hier genannten Werte (Stand 01.05.2026) berücksichtigen das bereits. Verlass Dich deshalb nicht auf eine Momentaufnahme, sondern auf die aktuelle Tabelle im TVöD-Rechner.
Zum Bruttogehalt kommen Zusatzleistungen, die viele unterschätzen: eine Jahressonderzahlung (das frühere Weihnachtsgeld, abhängig von Gruppe und Tarif), tarifliche Zuschläge sowie eine betriebliche Altersvorsorge über die Zusatzversorgung. Das macht den öffentlichen Dienst auch dann attraktiv, wenn das Grundgehalt nicht immer mit der freien Wirtschaft mithält.
Brutto ist nur die halbe Antwort – entscheidend ist, was netto übrig bleibt.
Rechne Dein Netto für Deine Gruppe und Stufe in unter einer Minute aus: Trag einfach Deine Daten in den TVöD-Rechner ein und Du siehst sofort, was unter dem Strich übrig bleibt. Wenn Du Deine Zahl danach mit anderen Tools gegenchecken willst, vergleichen wir die Optionen in den besten Gehaltsrechner-Plattformen 2026 im Vergleich.
Mehr Gehalt im TVöD: Höhergruppierung und nächste Schritte
Im öffentlichen Dienst verhandelst Du Dein Grundgehalt nicht frei – aber Du kannst trotzdem deutlich mehr verdienen. Es gibt zwei verschiedene Wege nach oben, die oft verwechselt werden.
Höhergruppierung vs. Stufenaufstieg
Der Stufenaufstieg passiert automatisch mit der Zeit: Du bleibst in Deiner Gruppe und rückst über die Jahre in höhere Stufen. Eine Höhergruppierung dagegen bedeutet einen Sprung in eine höhere Entgeltgruppe – also von E9b auf E10 zum Beispiel. Das geht nicht von allein, sondern nur, wenn sich Deine Tätigkeit verändert: anspruchsvollere Aufgaben, mehr Verantwortung, eine Zusatzqualifikation oder der Wechsel auf eine höherwertige Stelle.
Der entscheidende Praxis-Tipp: Dokumentiere Deine Tätigkeitsdarstellung sauber. Wenn Du faktisch schon Aufgaben einer höheren Gruppe übernimmst, ist eine klare, schriftliche Aufstellung Deiner tatsächlichen Tätigkeiten die Basis für jede Höhergruppierung. Ohne diesen Nachweis bleibt der Antrag oft ein zahnloses Argument.
Bereit für den nächsten Schritt?
Wer in eine höhere Gruppe wechseln will – ob intern oder bei einem neuen Arbeitgeber – braucht eine starke Bewerbung, die die eigene Tätigkeit und Verantwortung überzeugend zeigt. Setz auf eine saubere Struktur mit unseren Lebenslauf-Vorlagen und schau Dir aktuelle Stellen im öffentlichen Dienst an. Wenn Du im neuen Job über die Stufenanrechnung sprichst, hilft Dir zusätzlich, wie Du eine Gehaltsspanne richtig angibst – Minimum, Zielgehalt und Top-Wert.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeuten die Entgeltgruppen im TVöD?
Die Entgeltgruppen E1 bis E15 ordnen Deine Tätigkeit nach Wertigkeit ein – von einfachen Aufgaben (E1) bis zu hoch qualifizierten Leitungs- und Spezialistenrollen (E15). Maßgeblich ist die Aufgabe, die Du überwiegend ausübst, nicht allein Dein Abschluss. Zusammen mit der Stufe ergibt die Gruppe Dein Gehalt.
Was ist der Unterschied zwischen E9a, E9b und E9c?
Die frühere E9 wurde aufgeteilt, um Verantwortung feiner abzubilden. E9a steht für eine abgeschlossene Ausbildung mit geringerer Komplexität, E9b für höhere fachliche Anforderungen und E9c für hohe Verantwortung, oft mit kleiner Leitungsfunktion. Der Gehaltsunterschied über die Stufen kann mehrere Hundert Euro im Monat ausmachen.
Was ist der Unterschied zwischen Entgeltgruppe und Stufe?
Die Gruppe sagt, was Du tust (die Wertigkeit Deiner Tätigkeit), die Stufe sagt, wie lange Du es schon tust (Deine Erfahrung). Die Stufe steigt mit der Zeit automatisch von 1 bis 6. Deshalb verdienen zwei Menschen in derselben Gruppe unterschiedlich, wenn sie in verschiedenen Stufen stecken.
Welche Entgeltgruppe bekomme ich nach der Ausbildung?
Mit einer abgeschlossenen dreijährigen Berufsausbildung liegst Du als grobe Orientierung meist zwischen E5 und E9a – je nach konkreter Tätigkeit. Mit Bachelor/FH bewegst Du Dich eher zwischen E9b und E12. Den genauen Wert findest Du über das Tätigkeitsmerkmal in der Entgeltordnung Deines Tarifs.
Wann gilt welche TVöD-Tabelle (Bund, VKA, SuE, Pflege)?
Beim Bund gilt der TVöD Bund, bei Städten, Gemeinden und kommunalen Betrieben der TVöD-VKA. Für den Sozial- und Erziehungsdienst gibt es den TVöD-SuE mit eigenen S-Gruppen, für die Pflege den TVöD-P mit P-Gruppen. Arbeitest Du für ein Bundesland, gilt stattdessen der TV-L.
Wie steige ich in eine höhere Entgeltgruppe auf?
Eine Höhergruppierung gibt es nur, wenn sich Deine Tätigkeit ändert: mehr Verantwortung, anspruchsvollere Aufgaben, eine Zusatzqualifikation oder eine höherwertige Stelle. Wichtig ist eine saubere Tätigkeitsdarstellung als Nachweis. Davon zu unterscheiden ist der Stufenaufstieg, der allein durch Zeit innerhalb derselben Gruppe passiert.
Fazit: Vom Geheimcode zum konkreten Netto
Die Buchstaben-Zahl-Kombi in Deinem Vertrag ist kein Geheimcode mehr: Das "E" plus die Zahl ist Deine Entgeltgruppe (was Du tust), die Stufe daneben Deine Erfahrung (wie lange Du es tust). Welche Tabelle gilt, hängt von Bund, VKA, SuE oder Pflege ab – und ob Du E9a, E9b oder E9c bist, entscheidet die tatsächliche Verantwortung Deiner Aufgabe.
Der letzte und wichtigste Schritt ist immer derselbe: Übersetz Deine Gruppe und Stufe in echtes Netto. Trag Deine Daten in den TVöD-Rechner ein und Du weißt in unter einer Minute, was am Monatsende wirklich auf Deinem Konto landet.
Tiefer ins Thema Gehalt: Lies, wie Du eine Gehaltsspanne richtig angibst, wie Du eine Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch meisterst und wie Du variable Vergütung wie Bonus, OTE und Provision richtig bewertest.