Im April 2026 steigen die Gehälter der Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Die verbeamtete Kollegin im selben Haus, mit derselben Aufgabe, wartet dagegen bis Oktober. Sechs Monate Unterschied beim selben Dienstherrn – das ist die Besoldungsrunde 2026 in Bayern, und sie sorgt für mehr Diskussionen als jede Prozentzahl.
Der Kern in einem Satz: Bayern überträgt den TV-L-Abschluss vom Februar 2026 auf die Beamtenbesoldung, aber mit sechs Monaten Verzögerung – +2,82 % zum 1. Oktober 2026, voraussichtlich +2,0 % zum 1. September 2027; der dritte Schritt (+1,0 %) ist im Gesetzentwurf für den 1. Januar 2028 vorgesehen – ohne Versatz. Wie Besoldungstabellen grundsätzlich funktionieren, erklärt unser Ratgeber Besoldungstabelle 2026 verstehen.
Du lernst:
- welche Erhöhungen der TV-L-Abschluss 2026 vorsieht und wie Bayern sie auf Beamte überträgt
- ab wann Deine Besoldungsgruppe wie viel mehr Grundgehalt bekommt – mit Beispielen von A 7 bis A 14
- warum die Verschiebung um sechs Monate so umstritten ist
- was für 2027 und 2028 schon feststeht – und was noch offen ist
- wie Du ausrechnest, was von der Erhöhung netto bei Dir ankommt
Gleicher Abschluss, zwei Termine: Tarifbeschäftigte ab April, Bayerns Beamte ab Oktober 2026.
Kurze Zusammenfassung
Wer es eilig hat: Hier stehen alle Termine und Prozente der Besoldungsrunde auf einen Blick (Stand: Juli 2026). Kernaussage: Die Erhöhung kommt – die ersten beiden Schritte erreichen Bayerns Beamte jeweils sechs Monate später als den Tarifbereich, der dritte (Januar 2028) soll ohne Versatz folgen. Gezahlt wird ab Oktober 2026 im Vorgriff, noch bevor der Landtag das Gesetz beschlossen hat.
| Datum | Wer | Erhöhung |
|---|---|---|
| 1. April 2026 | Tarifbeschäftigte (TV-L) | +2,8 %, mindestens 100 € |
| 1. Oktober 2026 | Beamte in Bayern | +2,82 % |
| 1. März 2027 | Tarifbeschäftigte (TV-L) | +2,0 % |
| 1. September 2027 | Beamte in Bayern (voraussichtlich) | +2,0 % |
| 1. Januar 2028 | Tarifbeschäftigte (TV-L) | +1,0 % |
| 1. Januar 2028 | Beamte in Bayern (geplant) | +1,0 % |
Die neuen Grundgehälter für alle Besoldungsgruppen und Stufen stehen in der Besoldungstabelle Bayern 2026; Dein persönliches Netto rechnest Du im Besoldungsrechner Bayern aus.
Woher die Erhöhung kommt: der TV-L-Abschluss vom Februar 2026
Am 14. Februar 2026 haben sich die Tarifparteien der Länder auf insgesamt +5,8 % in drei Schritten geeinigt: +2,8 % (mindestens 100 €) zum 1. April 2026, +2,0 % zum 1. März 2027 und +1,0 % zum 1. Januar 2028. Dieser Abschluss gilt unmittelbar aber nur für Tarifbeschäftigte – nachlesen kannst Du die Werte in der TV-L-Entgelttabelle.
Für Beamte gilt der Tarifabschluss nicht automatisch. Die Besoldung ist in Bayern per Gesetz geregelt, und der Landtag muss jede Anpassung eigens beschließen. Üblich ist, dass die Länder das Tarifergebnis auf ihre Beamten übertragen – die Frage ist nur, wann und in welcher Höhe. Bayern hat sich für eine Übertragung mit Zeitversatz entschieden.
Eine Zahl verdient dabei eine Erklärung: Aus +2,8 % im Tarif werden +2,82 % in der Besoldung, weil der tarifliche Mindestbetrag von 100 € aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht direkt übertragen werden darf – sein Finanzvolumen fließt stattdessen als zusätzliche +0,02 % in die lineare Erhöhung ein.
Die Sechs-Monats-Verschiebung: später, aber angekündigt wirkungsgleich
Die Staatsregierung hatte bereits im Herbst 2025 angekündigt, das Tarifergebnis wegen der angespannten Haushaltslage erst mit sechs Monaten Verzögerung auf die Besoldung zu übertragen. Deshalb wirkt der erste Schritt für Beamte zum 1. Oktober 2026 statt zum 1. April – und der zweite voraussichtlich zum 1. September 2027 statt zum 1. März.
Die Kritik daran ist deutlich: Weil die letzte Tarifrunde bereits Ende Oktober 2025 auslief, vergeht für Bayerns Beamte fast ein Jahr ohne Anpassung. Der Bayerische Beamtenbund macht mit der Petition „Faire Einkommen für alle – auch für den Beamtenbereich!" gegen die Verschiebung mobil; die Staatsregierung hält sie für verfassungskonform. Für Deine Planung heißt das nüchtern: Beschlossen wird die Übertragung erst mit dem Anpassungsgesetz im Landtag – der Entwurf durchläuft derzeit die Anhörung. Aufs Geld warten musst Du deshalb aber nicht: Laut Ministerratsbeschluss vom 19. Mai 2026 werden die höheren Bezüge ab dem 1. Oktober 2026 im Vorgriff auf den Gesetzesbeschluss gezahlt.
Was +2,82 % konkret bedeuten: Beispiele von A 7 bis A 14
Prozentzahlen sagen wenig, solange man sie nicht in Euro sieht. Die folgenden Grundgehälter gelten ab dem 1. Oktober 2026; die Spalte daneben zeigt, wie viel pro Monat gegenüber dem heutigen Stand dazukommt (gerundet):
| Besoldungsgruppe | Stufe | Grundgehalt ab 01.10.2026 | Plus pro Monat (ca.) |
|---|---|---|---|
| A 7 | Stufe 1 | 3.160,90 € | +87 € |
| A 9 | Stufe 5 | 3.883,35 € | +107 € |
| A 11 | Stufe 5 | 4.763,31 € | +131 € |
| A 13 | Stufe 1 | 5.395,56 € | +148 € |
| A 13 | Endstufe (Stufe 7) | 6.342,19 € | +174 € |
| A 14 | Endstufe (Stufe 7) | 6.998,59 € | +192 € |
Wichtig zur Einordnung: Das sind Grundgehälter. Familienzuschlag, Amtszulagen oder die Münchner Ballungsraumzulage kommen je nach Situation obendrauf. Alle Gruppen und Stufen – von A 3 bis zur B-Besoldung – findest Du in der laufend gepflegten Besoldungstabelle Bayern, die Stufenlaufzeiten inklusive.
Netto: was von der Erhöhung übrig bleibt
Bei Beamten kommt vom Brutto-Plus vergleichsweise viel an, weil keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung abgehen. Dafür spielen private Krankenversicherung und Beihilfe in die Rechnung hinein – pauschale Netto-Angaben führen deshalb schnell in die Irre. Rechne Deine Konstellation konkret durch: im Besoldungsrechner Bayern mit Steuerklasse, Familienzuschlag und Versicherungsart, oder direkt auf der Stufenseite Deiner Gruppe, etwa A 13 in Bayern mit Netto-Schätzwerten je Stufe.
Ausblick 2027 und 2028: was feststeht – und was nicht
Für den 1. September 2027 sind weitere +2,0 % vorgesehen – die Übertragung des zweiten Tarifschritts, wieder mit sechs Monaten Versatz. Auch der dritte Schritt steht bereits im Gesetzentwurf: +1,0 % zum 1. Januar 2028, ausnahmsweise ohne Verzögerung und damit zeitgleich mit dem Tarifbereich. Beschlossen ist davon noch nichts – das Bezügeanpassungsgesetz 2026/2027/2028 liegt als Kabinettsentwurf vor und durchläuft die Anhörung. In unseren Tabellen führen wir die künftigen Werte deshalb als Prognose; den jeweils aktuellen Stand bildet die Besoldungstabelle Bayern ab.
Beamter oder Tarif: lohnt der Blick auf die andere Seite?
Wer zwischen Verbeamtung und Tarifanstellung wählen kann, sollte nicht nur auf die Erhöhungstermine schauen: Sozialabgaben, Krankenversicherung und Altersvorsorge machen den größeren Unterschied. Den Systemvergleich mit Netto-Logik findest Du im Ratgeber TVöD oder Beamtenbesoldung, die Tarifwerte in der TV-L-Entgelttabelle.
Häufig gestellte Fragen
Wann kommt die Besoldungserhöhung 2026 in Bayern?
Zum 1. Oktober 2026 steigen die Grundgehälter der bayerischen Beamten um +2,82 %. Die neuen Beträge für alle Besoldungsgruppen und Stufen stehen in der Besoldungstabelle Bayern 2026.
Ist die Besoldungserhöhung schon beschlossen?
Nein – das Bezügeanpassungsgesetz 2026/2027/2028 liegt bisher als Kabinettsentwurf vor und durchläuft die Anhörung. Gezahlt wird trotzdem: Laut Ministerratsbeschluss vom 19. Mai 2026 fließen die höheren Bezüge ab dem 1. Oktober 2026 im Vorgriff auf den Gesetzesbeschluss.
Warum bekommen Bayerns Beamte die Erhöhung später als Tarifbeschäftigte?
Die Staatsregierung überträgt den TV-L-Abschluss mit sechs Monaten Verzögerung auf die Besoldung und begründet das mit der Haushaltslage. Tarifbeschäftigte erhalten die Erhöhung deshalb ab April 2026, Beamte ab Oktober 2026. Der Bayerische Beamtenbund kritisiert die Verschiebung öffentlich.
Wie hoch fällt die Erhöhung 2027 aus?
Angekündigt sind +2,0 % zum 1. September 2027 – die Übertragung des zweiten Tarifschritts, wieder mit sechs Monaten Versatz. Beschlossen ist dieser Schritt noch nicht; bis dahin führen unsere Tabellen die 2027er-Werte als Prognose.
Gilt der TV-L-Abschluss automatisch für Beamte?
Nein. Tarifabschlüsse gelten nur für Tarifbeschäftigte; die Besoldung passt der Landtag per Gesetz an. Üblich ist eine Übertragung des Tarifergebnisses – Zeitpunkt und Umfang legt aber jedes Land selbst fest. Wie das Besoldungssystem insgesamt aufgebaut ist, erklärt der Ratgeber Besoldungstabelle 2026 verstehen.
Wo sehe ich, was ich ab Oktober 2026 verdiene?
Das neue Grundgehalt Deiner Gruppe und Stufe steht in der Besoldungstabelle Bayern; das persönliche Netto mit Steuerklasse, Familienzuschlag und Versicherungsart liefert der Besoldungsrechner Bayern.
Fazit: Die Erhöhung kommt – rechne mit Oktober, nicht mit April
Die Besoldungsrunde 2026 bringt Bayerns Beamten +2,82 % – nur eben ein halbes Jahr später als den Tarifkollegen. Wer seine Finanzen plant, sollte mit dem 1. Oktober 2026 rechnen und die angekündigten +2,0 % für September 2027 als das behandeln, was sie bisher sind: eine Ankündigung. Die konkreten Beträge für Deine Gruppe findest Du in der Besoldungstabelle Bayern, Dein Netto im Besoldungsrechner – und falls Du gerade überlegst, ob der öffentliche Dienst mehr für Dich bereithält: aktuelle Stellen im öffentlichen Dienst gibt es bei uns gleich nebenan.