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Besoldungstabelle 2026 verstehen: So liest Du sie richtig
Gehalt9 Min. Lesezeit
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Besoldungstabelle 2026 verstehen: So liest Du sie richtig

Du öffnest die Besoldungstabelle Deines Bundeslands und blickst auf eine Wand aus Buchstaben, Zahlen und Stufen. A, B, W, Spalten, Zeilen, irgendwo eine Fußnote zum Familienzuschlag. Die entscheidende Frage bleibt offen: Welche Zelle ist eigentlich Deine, und wie viel verdienst Du am Ende wirklich?

Genau das klären wir hier. Nach dem Lesen findest Du Dein Grundgehalt selbst und weißt, was oben draufkommt. Du lernst:

  • wie eine Besoldungstabelle aufgebaut ist und wie Du Deine Zelle findest,
  • was Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe bedeuten,
  • was zusätzlich aufs Grundgehalt kommt (Familienzuschlag und Zulagen),
  • warum Beamte netto oft mehr behalten als der Brutto-Vergleich vermuten lässt.

Die genauen Euro-Beträge findest Du jeweils direkt in der aktuellen Tabelle Deines Bundeslands, die wir Dir an den passenden Stellen verlinken.

Für wen die Besoldungstabelle überhaupt gilt

Nach Besoldung werden Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter sowie Berufssoldaten bezahlt, also Menschen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis. Wer als Tarifbeschäftigte oder Tarifbeschäftigter im öffentlichen Dienst angestellt ist, fällt nicht unter die Besoldung, sondern unter einen Tarifvertrag wie den TVöD oder den TV-L. Das sind zwei getrennte Systeme, die wir weiter unten klar voneinander abgrenzen.

Eine wichtige Sache vorweg: Es gibt nicht die eine Besoldungstabelle. Seit der Föderalismusreform legt jedes Bundesland seine Besoldung selbst fest, und der Bund hat seine eigene. Deshalb brauchst Du immer die Tabelle, die zu Deinem Dienstherrn passt. Eine Übersicht über alle Tabellen findest Du auf unserer Seite mit allen Besoldungs- und Tariftabellen im Überblick.

Kurze Zusammenfassung: Besoldungstabelle in 30 Sekunden

Wenn Du es eilig hast, hier die Bausteine jeder Besoldungstabelle auf einen Blick:

Baustein Was es bedeutet Wo Du es findest
Besoldungsordnung (A, B, W, R) Das System, nach dem Du bezahlt wirst – die meisten fallen unter Ordnung A. Der Buchstabe vor Deiner Gruppe, etwa das A in A13.
Besoldungsgruppe (etwa A13) Die Wertigkeit Deines Amtes – je höher die Zahl, desto mehr Verantwortung und Gehalt. Spalte oder Zeile der Tabelle.
Erfahrungsstufe Dein Gehaltsverlauf mit den Dienstjahren – Du steigst mit der Zeit auf. Die zweite Achse der Tabelle.
Grundgehalt Der Kernbetrag aus Gruppe und Stufe. Die Zelle, in der sich Deine Gruppe und Stufe treffen.
Familienzuschlag Ein Extra-Betrag je nach Familiensituation. Eigene Tabelle oder Fußnote, kommt oben drauf.
Zulagen Aufschläge für bestimmte Ämter, Funktionen oder Erschwernisse. Gesonderte Anlagen, je nach Land.

Der Merksatz dahinter: Besoldungsgruppe (eine Achse) und Erfahrungsstufe (andere Achse) ergeben Dein Grundgehalt. Familienzuschlag und Zulagen kommen separat dazu. Für Deine passende Tabelle springst Du am besten direkt zum Abschnitt nach Bundesland.

Zusammensetzung Besoldung

So liest Du eine Besoldungstabelle: Wähle Deine Gruppe und Erfahrungsstufe und lies am Schnittpunkt das Grundgehalt ab.

Die Besoldungsordnungen A, B, W und R: Welche gilt für Dich?

Bevor Du eine Zahl suchst, musst Du wissen, in welcher Besoldungsordnung Du bist. Sie entscheidet, welche Tabelle Du brauchst.

Besoldungsordnung A: der Normalfall

Ordnung A ist mit Abstand die häufigste. Hier steigen die Gehälter innerhalb einer Gruppe in Erfahrungsstufen an. Darunter fallen die allermeisten Laufbahnen: Verwaltung, Polizei, Lehrkräfte, Feuerwehr und viele mehr. Wenn Deine Gruppe mit einem A beginnt, ist dieser Artikel genau für Dich geschrieben.

B, W und R im Überblick

Ordnung B gilt für herausgehobene Leitungsfunktionen und kennt feste Gehälter ohne Erfahrungsstufen. Ordnung W betrifft Professorinnen und Professoren an Hochschulen, Ordnung R die Richterinnen, Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Für diese Gruppen gelten eigene Tabellen mit eigener Logik. Das Grundprinzip aus Gruppe plus Zuschlägen bleibt aber ähnlich.

A B W R Besoldung

Die Besoldungsordnung bestimmt, welche Tabelle und welche Systematik für Dein Amt gilt.

Besoldungsgruppe lesen: Was A6, A13 oder A14 wirklich bedeuten

Die Zahl hinter dem Buchstaben zeigt die Wertigkeit von Amt und Funktion. Je höher die Zahl, desto höher die Anforderungen und das Gehalt.

Von den unteren bis zu den höheren Gruppen

Grob folgt die Skala den Laufbahngruppen: niedrige A-Gruppen stehen für den mittleren Dienst (den klassischen einfachen Dienst gibt es in den meisten Ländern kaum noch), darüber liegt der gehobene Dienst, und ab etwa A13 beginnt der höhere Dienst. Welche Gruppe Du erreichst, hängt von Ausbildung, Laufbahn und Funktion ab.

Beispiel A14: Einordnung statt fester Zahl

A14 ist ein viel gesuchter Wert, etwa für Lehrkräfte im höheren Dienst oder erfahrene Verwaltungsbeamte. Als grobe Orientierung liegen A13 und A14 je nach Bundesland und Erfahrungsstufe etwa zwischen 5.000 und 6.500 Euro brutto im Monat (Stand 2026). Wie viel A14 am Ende bringt, hängt stark vom Land und Deiner Stufe ab und ändert sich mit jeder Erhöhung. Den aktuellen Wert schaust Du deshalb am besten direkt in Deiner Landestabelle nach, zum Beispiel für A14 in der Besoldungstabelle Bayern.

Konkret zeigt sich die Bundesland-Hoheit am Einstieg in A13 (Stufe 1, 2026): rund 5.193 € in Nordrhein-Westfalen, rund 5.331 € in Baden-Württemberg und rund 5.396 € in Bayern (jeweilige Landesbesoldung). In Bayern reicht A13 über die Erfahrungsstufen bis rund 6.342 €.

Wichtig ist die Abgrenzung: Der Sprung in eine höhere Gruppe ist eine Beförderung, also eine neue, höherwertige Funktion. Das ist etwas anderes als der automatische Stufenaufstieg innerhalb Deiner Gruppe, um den es im nächsten Abschnitt geht.

Erfahrungsstufen: Warum Du mit den Jahren mehr verdienst

Innerhalb einer Besoldungsgruppe gibt es mehrere Erfahrungsstufen. Sie sind der eingebaute Gehaltsverlauf der Beamtenlaufbahn: Mit zunehmender Erfahrung rückst Du in höhere Stufen und verdienst mehr, ohne befördert zu werden.

Wann der nächste Stufensprung kommt

Der Aufstieg richtet sich nach Deiner Erfahrungszeit. Typisch sind Schritte von wenigen Jahren Verweildauer je Stufe, die zu Beginn der Laufbahn kürzer und später länger ausfallen. Deine aktuelle Stufe steht auf Deiner Bezügemitteilung. Damit findest Du sofort die richtige Zeile in der Tabelle.

Aufstieg Durch Erfahrungsstufen

Mehr anrechenbare Erfahrungszeit führt innerhalb einer Besoldungsgruppe grundsätzlich zu einer höheren Stufe. Die genaue Regelung richtet sich nach Bund oder Bundesland.

Was sich an der Besoldung gerade ändert

In mehreren Ländern und beim Bund wird die Besoldung laufend angepasst und in Teilen reformiert, etwa bei den Eingangsstufen und den Abständen zwischen den Stufen. Konkret steigt die Bundesbesoldung 2026 um 2,8 % (ab 1. Mai 2026). Die Länder übertragen den TV-L-Abschluss vom 14. Februar 2026 (rund 2,8 % ab 1. April 2026); Bayern hebt erst ab 1. Oktober 2026 an (+2,82 %). Die Details und Zeitpläne unterscheiden sich von Land zu Land. Verlass Dich deshalb nicht auf eine allgemeine Faustregel, sondern prüfe den aktuellen Stand in der Tabelle Deines Dienstherrn.

Familienzuschlag: Das kommt zusätzlich aufs Grundgehalt

Der Familienzuschlag ist ein Extra-Betrag, der oben auf das Grundgehalt kommt und Deine familiäre Situation berücksichtigt.

Verheiratet, Kinder und Alleinerziehende

Die unteren Stufen des Zuschlags knüpfen klassisch an Ehe oder Lebenspartnerschaft an, weitere Stufen richten sich nach der Zahl der Kinder. Auch für Alleinerziehende und besondere Konstellationen gibt es eigene Regelungen, die sich je nach Dienstherr unterscheiden. Wie hoch der Zuschlag ausfällt, ist von Land zu Land verschieden, und in einigen Ländern wird die Systematik gerade umgebaut. Wichtig in der Praxis: Manche Bestandteile musst Du bei einer Heirat oder Geburt aktiv beantragen, damit sie auch ankommen.

Zusammensetzung Besoldung

Brutto ist nicht netto: Warum Beamte unterm Strich oft mehr behalten

Ein häufiger Denkfehler: Man vergleicht das Brutto-Grundgehalt eines Beamten direkt mit dem Brutto eines Angestellten. Das führt in die Irre.

Welche Abgaben wegfallen

Beamte zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung und in der Regel auch nicht in die gesetzliche Krankenversicherung. Vom Brutto gehen vor allem Lohnsteuer und gegebenenfalls der Solidaritätszuschlag ab. Deshalb fällt das Netto bei gleichem Brutto häufig höher aus als bei Tarifbeschäftigten.

Konkret heißt das: Angestellte zahlen rund 20% ihres Bruttos an Sozialabgaben (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, Stand 2026), Beamte keine davon. Genau daher bleibt Beamten bei vergleichbarem Brutto mehr netto.

Beihilfe und Pension statt Sozialversicherung

Im Gegenzug sichern sich Beamte anders ab: Die Krankheitskosten laufen über die Beihilfe in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung, und im Alter gibt es eine Pension statt der gesetzlichen Rente. Weil so viele individuelle Faktoren wie Steuerklasse, Beihilfesatz und PKV-Beitrag hineinspielen, rechnest Du Dein Netto am besten mit einem Tool, das die Beamten-Logik kennt. Unser Tarif- und Besoldungsrechner ermittelt das Netto direkt aus Besoldungsgruppe und Stufe und berücksichtigt, dass bei Beamten die üblichen Sozialabgaben wegfallen.

Besoldung, TVöD und TV-L: Beamter oder Tarifbeschäftigter?

Im öffentlichen Dienst arbeiten zwei Gruppen nebeneinander, und sie werden unterschiedlich bezahlt.

Die Besoldung der Beamten wird per Gesetz festgelegt. Die Bezahlung der Tarifbeschäftigten wird dagegen in Tarifverträgen ausgehandelt, beim Bund und den Kommunen über den TVöD, bei den Ländern über den TV-L (mit Ausnahme von Hessen, das mit dem TV-H einen eigenen Tarifvertrag hat). Tarifbeschäftigte haben statt Besoldungsgruppen sogenannte Entgeltgruppen mit eigenen Stufen. Sie zahlen außerdem volle Sozialversicherungsbeiträge.

Wenn Du nicht verbeamtet bist, ist also nicht die Besoldungstabelle Deine Referenz, sondern die passende Entgelttabelle: zum Beispiel die TV-L Entgelttabelle für Tarifbeschäftigte der Länder oder die TVöD-VKA Entgelttabelle für Kommunen. Dein voraussichtliches Entgelt schätzt Du mit dem Tarif- und Besoldungsrechner ab.

Deine Besoldungstabelle nach Bundesland: Bayern, NRW, BW, Hamburg und Co.

Hier liegt der wichtigste Punkt für Deine genaue Zahl. Weil jedes Land seine Besoldung selbst regelt, unterscheiden sich Höhe und Erhöhungstermine teils deutlich.

Warum jedes Land eigene Zahlen hat

Seit der Föderalismusreform sind die Länder für die Besoldung ihrer Beamten selbst zuständig. Das betrifft die Grundgehälter, den Familienzuschlag und die Zeitpunkte, zu denen erhöht wird. Eine Tabelle aus Bayern hilft Dir also nur begrenzt, wenn Du in NRW arbeitest.

Bundesbesolderung Vs Landesbesolderung

Direkt zur richtigen Landestabelle

Such Dir Dein Bundesland heraus und öffne die aktuelle Tabelle mit allen Gruppen und Stufen:

  • Besoldungstabelle Bayern
  • Besoldung Nordrhein-Westfalen
  • Besoldungstabelle Baden-Württemberg
  • Besoldung Hamburg
  • Besoldung Bund

Weitere Länder und alle Tarif-Tabellen findest Du gebündelt in der Tarif- und Besoldungsübersicht.

 

Typische Fehler Beim Fesen

Prüfe vor dem Ablesen immer Dienstherr, Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe, Gültigkeitszeitraum und zusätzliche Bezügebestandteile.

So findest Du Dein Gehalt in 4 Schritten

Mit diesem Ablauf kommst Du von der Tabelle zu Deinem tatsächlichen Betrag:

  1. Richtige Tabelle wählen: Bestimme Dein Bundesland oder den Bund und Deine Besoldungsordnung (in der Regel A).
  2. Zelle finden: Eine Achse ist Deine Besoldungsgruppe (etwa A12), die andere Deine Erfahrungsstufe. Wo sie sich treffen, steht Dein Grundgehalt.
  3. Zuschläge addieren: Rechne den Familienzuschlag und etwaige Zulagen oben drauf.
  4. Netto bestimmen: Für den Betrag, der wirklich auf dem Konto landet, nutzt Du den Besoldungs- und Tarifrechner, der das Netto passend für Beamte aus Gruppe und Stufe berechnet.

 

Beispielrechnung Besolderung

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet die Besoldungsgruppe, zum Beispiel A13?

Die Besoldungsgruppe zeigt die Wertigkeit Deines Amtes. Der Buchstabe steht für die Besoldungsordnung (meist A), die Zahl für die Höhe: Je größer die Zahl, desto mehr Verantwortung und Gehalt. A13 markiert in vielen Laufbahnen den Einstieg in den höheren Dienst.

Wie funktionieren die Erfahrungsstufen?

Innerhalb einer Besoldungsgruppe steigst Du mit den Dienstjahren in Stufen auf und verdienst mehr, ohne befördert zu werden. Die Verweildauer je Stufe ist am Anfang kürzer und wird später länger. Deine aktuelle Stufe steht auf der Bezügemitteilung.

Verdienen Beamte netto wirklich mehr als Angestellte?

Bei gleichem Brutto bleibt Beamten oft mehr netto, weil keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und meist gesetzlichen Krankenversicherung anfallen. Dafür zahlen sie die private Krankenversicherung anteilig selbst und erhalten später eine Pension statt gesetzlicher Rente.

Was ändert sich bei der Besoldung 2026?

Mehrere Länder und der Bund passen Besoldung und Stufensystematik laufend an. Die konkreten Sätze und Termine unterscheiden sich je Dienstherr, deshalb gilt immer die aktuelle Tabelle Deines Landes als verbindliche Quelle.

Besoldung oder TVöD: was lohnt sich mehr?

Das hängt von Steuerklasse, Familiensituation und Absicherung ab. Verbeamtung bringt oft ein höheres Netto und mehr Sicherheit, Tarifbeschäftigung dafür volle Sozialversicherung und mehr Flexibilität. Vergleiche Dein Netto in beiden Systemen mit dem Tarif- und Besoldungsrechner.

Vom Verstehen zur nächsten Stelle

Wenn Du die Tabelle einmal lesen kannst, wird Besoldung von einer Zahlenwand zu einem planbaren Gehaltsverlauf. Du siehst, wo Du heute stehst, was der nächste Stufensprung bringt und was eine Beförderung in eine höhere Gruppe bedeuten würde.

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  • Die besten Gehaltsrechner im Vergleich
  • Gehaltsspanne richtig einordnen
  • Wie variable Vergütung neben dem Grundgehalt funktioniert

Veröffentlicht am 20.06.2026

JJ

Jana, JobJump Redaktion

Leitende Karriereexpertin & JobCoach

Als leitende Karriereexpertin bei JobJump repräsentiert Jana die gebündelte Erfahrung unseres Redaktionsteams aus langjährigen Karriereberatern und HR-Profis. Sie ist maßgeblich an der Entwicklung unserer Inhalte beteiligt, stellt sicher, dass jede Empfehlung praxisnah und wirksam ist und spiegelt die neuesten Trends im Bewerbungs- und Arbeitsmarkt wider. Ihr Fokus liegt darauf, unser Kollektivwissen zugänglich zu machen und Sie auf Ihrem Karriereweg optimal zu unterstützen.

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